Lauscher auf, die Crossover-Helden aus den USA sind wieder da: Limp Bizkit präsentieren mit „Results May Vary“ ihr viertes Album.
Auf der aktuellen Scheibe haben sich Frontmann Fred Durst und Kollegen nicht gerade neu erfunden, aber „Results May Vary“ bietet bewährten Sound für Fans des Crossover-Genres: Harte Gitarrenriffs und monotoner Sprechgesang wie beim gewohnt wütenden „Almost Over“, aber auch durchaus melodiöse Tracks. Zu „Down Another Day” oder “Build A Bridge” möchte man am liebsten im offenen V8 auf dem Freeway in den Sonnenuntergang fahren. Die Mitbegründer des „Nu Metal“ besinnen sich natürlich auch wieder auf das Genre-Grundrezept und krönen die aktuelle Mischung aus Hip-Hop und Hardcore mit einem prominenten Gastmusiker: Auf der Rap-Nummer „Red Light – Green Light” greift den Bizkits kein Geringerer als Altmeister Snoop Dog unter die Arme. Wem die Stimme des omnipräsenten Vorzeige-Gangsters eher auf die Nerven geht, der findet auf der CD noch 15 Snoop-freie Tracks.
Nummern wie „Let Me Down“, „Lonely World“ oder „Creamer“ klingen zwar routiniert, fließen aber irgendwie am Hörer vorbei: Nu Metal als moderne Fahrstuhl-Musik. Dass Frontmann Durst wirklich singen kann, beweist er dagegen mit der Cover-Version einer Nummer der legendären The Who: „Behind Blue Eyes“ klingt wirklich gut. Auch eingefleischte Fans kommen nicht zu kurz: Tracks wie „Gimme The Mic“, „Phenomenon“ oder „Head For The Barricade“ stehen für den gewohnt aggressiven Bizkit-Sound.
Neben dem Schreiben und Interpretieren von Songs hat Fred übrigens noch andere Talente: Beim Video zur Single „Eat You Alive“ (mit den Hollywoodstars Bill Paxton und Thora Birch) führte der Chef der Bizkits selbst Regie. Nebenbei bekleidet Fred noch den Posten des „Senior Vice-President“ bei Interscope Records und gründete dort die "Division Flawless".
Für sein neuestes Projekt müsste Bandleader Durst sogar von Reformkanzler Schröder eine Auszeichnung erhalten: Derzeit bastelt der deutsche Webdesigner Martin Tazl am Relaunch der Bandseite im Internet. Der Jungunternehmer rechnet mit weiteren Aufträgen und will schon bald eine eigene Firma gründen. So schafft Fred Durst mit seiner Band auch noch Arbeitsplätze im konjunkturell angeschlagenen Deutschland – der Mann ist wirklich ein Multitalent.
Jochen Krauß